Der erste FCI Breedstandard für Borzoi

Submitted by arvid andersen on Fr, 09/08/2017 - 08:36

Präambel:

Bis zum zweiten Teil des 19. Jahrhunderts existierte in Rußland das Konzept der Norm, wie es heute konzipiert wurde, nicht. "der Standard war eine Tradition, die nicht von Hunden-Gesellschaften übertragen wurde, sondern von Vater zu Sohn von Kennern und allen Nutzern" (Prinz Serge Asanes Kantakuzenos). Das erste Dokument, das einem Standard entspricht (Beschreibung dessen, was der Barsoi sein muss) wurde in 1888 von Nikolai Petrowitsch Ermolov auf Antrag der Russischen Kaiserlichen Gesellschaft geschrieben. Sie wird in Russland seit etwa dreißig Jahren in Kraft bleiben. Aber auch im gleichen Zeitraum werden andere Standards veröffentlicht.

Jahrhundert und vor allem der Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts die Beschleunigung der Barsoi Exporte aus Russland in verschiedene Länder, insbesondere Europa und die USA, sahen. Gleichzeitig werden in jedem betroffenen Land Vereine geschaffen, und jeder Klub gründet seinen Standard für seine eigene Rechnung. Diese verschiedenen Standards, waren mehr oder weniger gut detailliert und zeigte bemerkenswerte Unterschiede. Rasch ist die Notwendigkeit einer supranationalen Harmonisierung entstanden.

 

Im 1911 wird der internationale Cynologique Verband (F.C.I.) mit dem Ziel geschaffen, Kynologie und reinrassige Hunde mit allen Mitteln zu fördern und zu schützen, die als wünschenswert erachtet werden. Die Gründungsmitglieder sind Deutschland ("Kartell für das deutsche Hundewesen et die Delegierten-Commission"), Österreich ("Osterreichischer Kynologenverband"), Belgien ("Société Royale Saint-Hubert"), Frankreich ("Hunde Central Society of France") und Niederlande ("Raad van Beheer op Kynologisch gebied in Nederland"). Aber der erste Weltkrieg endet diese Föderation.

 

In 1921, Frankreich und Belgien die Initiative ergreifen, um die F.C.I. neu zu erstellen. Zum 1922 hat das F.C.I. 18 Mitglieder.

 

In 1923, immer auf Initiative von Frankreich und Belgien, wird die internationale Vereinigung der Greyhound Clubs (U.I.C.L.) gegründet. Die meisten Länder Westeuropas werden allmählich damit assoziiert.

 

Verhaltenskodex:

Vor der Ausstellung in Gent (Belgien) vom November 1923 schrieb der U.I.C.L. an den Großherzog Nicolas Nikolajewitsch, der damals in Frankreich verbannt worden war und bat ihn, die Russen zu benennen, die in der Lage sein würden, das Barsoi Rennen in dieser Ausstellung zu beurteilen. Als Antwort, schlug der Großherzog ein Kollegium von drei Richtern, in der gleichen Weise, dass es bei den Demonstrationen der kaiserlichen Gesellschaft von Moskau getan wurde ... Er benennt Herrn Artem Boldareff und die Grafen Boris und Dimitri Cheremeteff.

 

Als Resultat dieser Ausstellung sind die Liebhaber von Barsoi von dem Urteil von Gent so beeindruckt, dass der U.I.C.L. an den Großherzog zurück schrieb, um ihn aufzufordern, einen Ausschuß zu benennen, der den Standard des Rennens für Westeuropa umschreiben soll. Als Antwort bezeichnet der Großherzog diejenigen, die in Gent beurteilt hatten.

 

Um diesen Standard zu schreiben, werden diese drei Spezialisten auf dem Standard beruhen, dass der French Greyhound Club für Ihr eigenes Konto in 1913 geschrieben und veröffentlicht hatte (dieses Dokument selbst unterstützte eine Beschreibung dessen, was das Rennen in 1896 geschrieben wurde) Artem Boldareff. Boldareff und Cheremeteff, deshalb, wieder den ersten französischen Standard, indem Sie es vereinfachen und einige zusätzliche Modifikationen und Beleuchtung machen.

 

Dieser Standard wird von der Generalversammlung der U.I.C.L., die am 20. Juli 1924 in Paris abgehalten wird, angenommen und wird vom 1. Januar 1925 für alle angeschlossenen Clubs verbindlich vorgeschrieben. Es wird auch vom Großherzog Nicolas genehmigt.

 

Hinweis: die F.C.I. hat in der Tat die U.I.C.L. die Belastung für die Festlegung der Normen für ein bis 1956, wenn es übernahm die Veröffentlichungen und mögliche Modifikationen.


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Deutsche Übersetzung des Boldareff-Cheremeteff-Entwurfes v. 15.01.1924 Aus DWZB Bd 33 (1967), S. 360-61

Rassekennzeichen des Barsois
Gesamterscheinung:
Die Allgemeinerscheinung des Barsois ist bedingt durch die vornehme und edle Art des Hundes, als auch durch die Ausgeglichenheit seiner Formen und Bewegungen. Die Gesamterscheinung, die der maßgebendste Beweis der Rassereinheit ist, soll nie der Vollkommenheit anderer Punkte, so wichtig diese auch sein mögen, aufgeopfert werden.

Kopf: Lang und schmal, äußerst trocken und fein gemeißelt. Der Schädel ist so lang und schmal wie in Übereinstimmung mit dem übrigen Bau des Hundes möglich. Er endigt in einer deutlich betonten Spitze. Die Schnauze ist lang schmal und trocken. Sie geht in sehr leichtem Bogen zur Nase über. Die Zahne schließen regelrecht aufeinander, ohne über- oder unterzubeißen. Die Nasenlöcher stehen über den Unterkiefer hinaus. Die Nase muss schwarz sein, die Schnauze nicht spitzig. Beim idealen Kopf sollen Schädel und Schnauze einen sehr stumpfen Winkel bilden. Die länglich geformten Augen sollen nahe beisammen und in gleichem Abstand vom Hinterhauptbein zur Schnauzenspitze liegen, nicht eingesunken, auch nicht hervorstehend sein (sondern a fleur de tete). Sie sind von dunkler Farbe, ihre Lider sind schwarz umrandet.

Die Ohren, sehr beweglich, hoch angesetzt und in eine Spitze auslaufend, liegen in der Ruhe rückwärts auf dem Hals auf. Ihre Feinheit ist Beweis reiner Rasse. Erregt etwas die Aufmerksamkeit des Barsois, so trägt er oft die Ohren hochaufgerichtet wie ein Pferd oder noch besser, er kippt die Spitzen der aufgestellten Ohren nach vorne um.

Hals: Von mittlerer Länge und ohne Wamme.

Rumpf: Die Schultern sind flach, gut betont und können nicht schräg genug sein. Die Spitzen der Schulterblätter berühren sich beinahe. Der Rücken ist beim Rüden ziemlich kurz und rundet sich allmählich nach den Lenden zu, einen langen und gefälligen Bogen beschreibend, nicht aber den Eindruck eines Buckels erweckend. Der Rücken der Hündin ist weniger gebogen als der des Rüden, ein flacherer Rücken ist bei ihr nicht fehlerhaft.

Der Brustkorb ist eher flach, doch außergewöhnlich tief. Er reicht oft bis zu den Ellbogen. Die Rippen sind flach oder nur leicht gerundet. Diese Brustform ist kennzeichnend für den Barsoi.

Der Bauch ist aufgezogen und unsichtbar unter den Flanken. Die Nierenpartie ist so kurz als möglich beim Rüden, sie kann bei der Hündin länger sein, die Flanken sind stark und gespannt, geräumiger bei der Hündin als beim Rüden. Die Lendenpartie ist lang, kräftig bemuskelt, in gebogener Linie nach dem Kreuz zu abfallend, so dass der Schwung des Rückens sich über die Lenden und die Kruppe fortsetzt, um in der Hinterhand zu enden. Die Kruppe ist lang und breit, vier Finger einer Männerhand sollen zwischen den Hüftknochen Platz finden.

Glieder: Die Vorderbeine sind vollkommen gerade, die Knochen flach und trocken, nicht rund. Von vorne gesehen sind sie schmal, von der Seite breiter an den Schultern, allmählich schmäler werdend nach den Füßen zu.
Die Ellenbogen sollen nicht nach außen drehen, jedoch auch nicht zu fest am Körper anliegen.

Hinterhand: Diese ist breiter als die Vorderhand. Die Schenkel haben sehr breite lange und flache Knochen und sind mit kräftig entwickelten Muskeln versehen. Die Sprunggelenke formen einen mehr oder weniger ausgesprochenen Winkel. Die Schenkel können nicht lang und breit genug sein. Der Mittelfuß soll kurz sein. Keinesfalls darf die Hinterhand zu gerade sein. Die Pfoten sind lang, mit geschlossenen Zehen, erinnernd an Hasenpfoten. Der Hund ruht mehr auf den Zehen als auf den Ballen.

Die Rute ist einer der charakteristischsten Punkte der Rasse. In der Ruhe wird sie nach unten getragen, sichel- oder wohl auch säbelförmig. Sie ist sehr geschmeidig und so lang als möglich. Fehlerhaft ist eine Ringelrute oder eine solche die höher als ihr Ansatz getragen wird. Seitlich abweichende Rute mag als Schönheitsfehler gelten.

Behaarung: Das Haar ist lang, nicht wollig, mit seidigem Glanz, gewellt und groß gelockt. Kurzes Haar ist ein grober Fehler, kleine Löckchen oder Kraushaar gelten als Schönheitsfehler.
Schlicht und kurz am Kopf, an den Ohren und an der Vorderseite der Beine, ist es länger und wellig auf dem Rücken, stärker gelockt an den Schenkeln, kürzer an den Flanken. Besonders lang und lockig, eine dichte Krause, aus der der Kopf hervortritt, formend, zeit es sich am Hals. Dies ist der besondere Schmuck des Barsois, ebenso wie die langen Fransen an der Rückseite der Vorderbeine, an der Brust, an der Rückseite der Schenkel und an der Rute.

Farbe: Die meist geschätzten Farben sind: Ganz weiß, weiß mit gelben, orangefarbenen, roten, gestromten oder grauen Abzeichen. Es gibt auch einfarbige Hunde, die Farbe dieser soll nach den Extremitäten zu aufhellen. Die Farbflecken sollen nicht zu scharf gegen das Weis abstechen. Weis mit schwarzen Platten oder ganz schwarz wird wenig geschätzt. Schwarz mit roter Markierung (schwarz mit Brand) mit oder ohne weiß ist ein großer Fehler.

Größe: Mittlere Größe: Rüden 75,5cm (17 verschock, russisches Maß), Hündinnen 71 cm (16 verschock). Die größten Hunde sind selten höher als 82 cm. Besondere Größe wird im allgemeinen so lange sehr geschätzt, als sie nicht auf Kosten der Harmonie des Gesamtbildes gehts.

 

Artem Boldareff

Foto von Artem Boldareff in einer Jagduniform, mit einem Svora von seinem weißen Borzoi und Sand von seinen alten Linien.

(Quelle: Die Jagd von Perchino, Dimitri Waltzolff - 1913)

 Foto von Artem Boldareff in einer Jagduniform, mit einem Svora von seinem weißen Borzoi und Sand von seinen alten Linien.


 

Persons:
Year of event:
1924
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